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...Pogromnacht...
Was bedeutet ,,Pogrom"? Das Wort ,,Pogrom" stammt aus dem Russischen. Es bezeichnet eine gewaltsame Massenausschreitung gegen einen bestimmten Volksteil, wie bspw. gegen eine religiöse Minderheit, bei der es zu Zerstörungen, Plünderungen und Vergewaltigungen kommt. Was geschah vor der Pogromnacht? Schon vor der Pogromnacht unternahm die Regierung zahlreiche Maßnahmen, die das alltägliche Leben der Juden einschränkte. So wurde am 28. März 1938 bereits ein Gesetz erlassen, welches den jüdischen Gemeinden den staatlichen Schutz entzog. Kurz darauf wurde verordnet, dass jüdische Geschäftsleute die Fensterscheiben ihrer Läden mit dem Wort ,,Jude" und einem Davidstern kennzeichnen mussten. Seit Juni 1938 gab es schon Gerüchte, dass eine bestimmte Anzahl von Juden in Konzentrationslager eingeliefert werden sollte. Die Gestapo legte 1935 eine Judenkartei an, um die jüdischen Bürger besser im Auge behalten zu können. Sie erleichterten sich diese Aufgabe noch mehr, indem sie die Juden dazu verpflichteten ,,Kennkarten" zu jeder Zeit bei sich zu tragen. Ab dem 17. August 1938 mussten sie zusätzlich die Vornamen ,,Israel" (für die Männer) und ,,Sara" (für die Frauen) offiziell annehmen und diese in ihrer Kennkarte vermerken. Wenig später musste der Ausweis mit einem ,,J" abgestempelt werden, um seine Gültigkeit zu erlangen. Während und nach der Pogromnacht wurden zahlreiche Juden in Konzentrationslager eingeliefert. Dafür wurden auch schon Monate zuvor Vorbereitungen getroffen. Die bis dahin größten deutschen Konzentrationslager in Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen wurden extra dafür ausgebaut. Im Herbst 1938 wurde Österreich offiziell an Deutschland angeschlossen. Danach bestand die Möglichkeit, dass die dort lebenden polnischen Juden nach Polen zurückkehren würden, um der nationalsozialistischen Regierung zu entgehen. Für die polnische Regierung hätte das bedeutet, dass 20.000 Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit zurückgekommen wären. Um dies zu verhindern, entzog die polnische Regierung am 9. Oktober 1938 allen im Ausland lebenden Polen die Staatsangehörigkeit. Ihre Pässe wurden somit ungültig, wodurch viele Menschen staatenlos waren. Deutschland wies diese Menschen daraufhin aus, brachte sie zur deutsch-polnischen Grenze und ,,jagte" sie regelrecht hinüber. Zu diesen Leuten gehörte auch die Familie Grynszpan. Herschel Grynszpan, der sich zu dieser Zeit illegal in Paris aufhielt, erfuhr von der Deportation seiner Eltern, seiner beiden Schwestern und von den schwierigen Umständen, unter denen sie Leben mussten. Daraufhin begab er sich zur deutschen Botschaft und erschoss den Legationssekretär Ernst vom Rath. Wie kam es zur Reichspogromnacht in der Nacht vom 9.11 zum 10.11.1938? Die Ermordung eines deutschen Diplomanten in Paris durch einen Juden war der passende Anlass, um sich offiziell gegen die ,,Rassenschänder" zu erheben. Der Befehl dazu wurde von der NSDAP herausgegeben, wobei die SS und die SA die Ausführenden waren. Am Abend des 9.11.1938 hielt Joseph Goebbels eine Rede, in der er die Anschläge begrüßte, und sagte, dass die Partei aber nicht als Organisator dieser Aktionen öffentlich erscheinen will. Wenn allerdings weitere Übergriffe passieren würden, würde die Partei nichts dagegen unternehmen ,,können". Die Gauleiter verstanden die Rede Goebbels als eine indirekte Aufforderung gegen Juden vorzugehen. Kurz vor Mitternacht des 9.11. schickte der Chef der geheimen Staatspolizei Müller den Befehl zum Pogrom an alle Staatspolizeileitstellen in Deutschland weiter. Er kündigte in dem Schreiben an, dass 20.000 - 30.000 Juden festgenommen werden sollten. Besonders gegen die reichen Juden sollte vorgegangen werden, um mit ihren Geldern die Aufrüstung finanzieren zu können. Deutsche Bürger sollten nicht gefährdet werden. Welche Folgen hatte die Pogromnacht für Deutschland? 1300-1500 Menschen starben in der Pogromnacht (Selbstmörder und KZ-Gefangene fallen mit unter die Opfer) 7500 Geschäfte wurden zerstört 177 Wohnhäuser wurden in Brand gesetzt. 30.000 Juden wurden in KZ-Lager verschleppt 1406 Synagogen und Betstuben wurden in Brand gesetzt Was geschah nach der Pogromnacht? Die Pogromnacht war nur der Beginn der darauffolgenden diskriminierenden Handlungen gegenüber den Juden, welche in ihrem alltäglichen Leben immer mehr eingeschränkt wurden. Diese Einschränkungen reichten vom Benutzen einer Parkbank bis hin zum Arbeitsverbot. Allerdings kann der Beschluss der Regierung in der Sitzung vom 12.11.1938 in Berlin als einer der perfidesten Schläge angesehen werden. Obwohl es offiziell Demonstranten gewesen sein sollen, die für die Anschläge in der Nacht zum 10. November verantwortlich waren, wurden die jüdischen Bürger dazu verpflichtet, als Ausgleich für die aufgetretenen Schäden der Pogromnacht 1Milliarde Reichsmark zu bezahlen und die Schäden selbst zu beseitigen.
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