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Projekt ,,Abgefahren"
,,Abgefahren" - was sich aus einer Projektwoche entwickeln kann: Ende April 2008 fand an der Martin-Buber- Oberschule eine Projektwoche statt, in der wir, die damalige 11.3, uns mit dem Thema „Spandau zur Zeit des Nationalsozialismus“ beschäftigten. Um das Thema einzuschränken und einen Bezug zu unserem eigenen Leben herzustellen, legten wir den Schwerpunkt auf die Pogromnacht in Spandau. Wir bildeten kleinere Gruppen, die jeweils ein Konzept entwickeln sollten, wie man Jugendliche an die Pogromnacht vor 70 Jahren erinnern könnte. Beim Vorstellen dieser theoretischen Konzepte kam die Idee auf, eine Ausstellung zu konzipieren. Nach dem Motto „Wenn Jugendliche nicht in Ausstellungen gehen, kommt diese Ausstellung eben zu ihnen“ sollte unsere Ausstellung in einem Bus präsentiert werden, der dann verschiedene Standorte und vor allem Spandauer Oberschulen anfährt. Die Begeisterung über das entstandene Projekt „Abgefahren“ war so groß, dass wir es alle in die Realität umsetzen wollten. Uns war vorher nicht bewusst, dass auch in unserem Bezirk Juden verfolgt und deportiert wurden. Nach dem Prinzip „von Schülern für Schüler“ wollten wir nun das neu erworbene Wissen auch anderen Jugendlichen näher bringen. Nun begann die offizielle Erarbeitung der Inhalte unserer Ausstellung. Dabei entstanden eine informative Website (www.pogromnacht-in-spandau.cabanova.de), ein Kurzfilm, eine Powerpointpräsentation und verschiedene Texte zur NS-Zeit in Spandau, Widerstand im Bezirk, Biografien und Zitate von Zeitzeugen sowie fiktive Interviews mit Frederic Zeller. Daneben sammelten wir Informationen zu Rechtsradikalismus heute. Die nötigen Informationen erhielten wir vor allem aus diversen Büchern, dem Internet und dem Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau auf der Zitadelle. Außerdem machten wir einen Stadtrundgang zu dem Thema „Jüdisches Leben in Spandau“ und besuchten das Jüdische Museum, wo wir auch an einem Archivworkshop teilnahmen und ein Zeitzeugengespräch mit Hans Sternberg führten. Unser engster Partner bei der Entwicklung, den Vorbereitungen und der Realisierung von „Abgefahren“ war die Jugendgeschichtswerkstatt Spandau (JGW). Finanzielle Unterstützung bekamen wir von verschiedenen Sponsoren, auch der Bus wurde uns kostenfrei zur Verfügung gestellt. Jetzt konnten wir endlich mit der konkreten Planung der Ausstellung beginnen und trafen uns regelmäßig in der JGW. Dort fanden unter anderem auch die Gespräche mit den Zeitzeugen Werner Salomon und Willi Frohwein statt, die uns von ihren Erlebnissen während der NS-Zeit und insbesondere während der Pogromnacht erzählten. Diese Gespräche beeindruckten uns sehr, sodass wir uns in die Zeit zurückversetzen und ansatzweise nachempfinden konnten, wie sich die Menschen in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 in Spandau gefühlt haben. In den Herbstferien trafen wir uns täglich, um Texte zu überarbeiten, Dokumente und Bilder auszusuchen, die Videoaufnahmen der Zeitzeugengespräche zu schneiden, die Gestaltung des Busses zu planen und diese schließlich umzusetzen. Am 5. November 2008 fand mit über 200 Besuchern die feierliche Eröffnung der Ausstellung in der Aula der Martin-Buber-Oberschule statt. Zwischen dem 6. und dem 21. November fuhr der Bus zu elf verschiedenen Spandauer Oberschulen, damit Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse die Ausstellung im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchen konnten. „Abgefahren“ war auch am 9. und 10. November bei den zentralen Gedenkfeiern zur Erinnerung an die Pogromnacht in Spandau am Lindenufer präsent, wo 1938 die Spandauer Synagoge zerstört wurde. Darüber hinaus stand der Ausstellungsbus am 12. und 18. November abends am Kulturhaus Spandau, damit auch „Nicht-Schüler“ die Möglichkeit zu einem Besuch hatten. Insgesamt hatte die Ausstellung rund 2300 Besucher.
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